Ein "Diamant" für Campus und Wirtschaft

Pressemitteilung

LINGEN  Demografischer Wandel, verstärkter Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund sowie fehlende Fachkräfte: Diesen Herausforderungen müssen sich besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), auch in der Region Weser-Ems, stellen.

Daher haben der Wirtschaftsverband Emsland und die Hochschule Osnabrück am Campus Lingen vor rund eineinhalb Jahren das Forschungsprojekt „Diversity Management – praxisorientierte Handlungsoptionen für KMU-Unternehmen in der Weser-Ems-Region“, kurz „Diamant“, ins Leben gerufen. Dabei soll die Vielfalt der Menschen in Belegschaften gefördert werden, um so die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können. In Kooperation mit 16 Projektpartnern aus der Umgebung werden an den Bedürfnissen der Betriebe orientierte Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

Nach eineinhalb Jahren wurde nun Zwischenbilanz gezogen. Projektleiter Prof. Thorsten Litfin begrüßte die Projektbeteiligten in der Emslandarena in Lingen und dankte für die fruchtbare Zusammenarbeit. „Wir möchten mit dem Projekt einen Stein ins Rollen bringen und Impulse setzen.“ Danach wurden der aktuelle Stand mitgeteilt, Erfahrungen ausgetauscht und allen Projektpartnern die Gelegenheit gegeben, intensiver über das Thema Fachkräftemangel zu diskutieren. „Es handelt sich um ein gesellschaftlich höchst relevantes Thema. Wir freuen uns, dass wir als Hochschule die an dem „Diamant“-Projekt beteiligten Unternehmen mit unseren wissenschaftlich fundierten Kenntnissen unterstützen und Lösungswege aufzeigen können“, betonte Prof. Ingmar Ickerott, Dekan des Campus Lingen.

Drei Teilfelder

Projektleiter Litfin und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Linda Knifka vom Campus Lingen konnten bereits erste Ergebnisse präsentieren. Da im Emsland beinahe Vollbeschäftigung herrsche, sei es für die Unternehmen zunehmend schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu bekommen. „In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns mit drei Teilfeldern: Altersstruktur und Wissensmanagement, Interkulturelles Management und Migration sowie Familienfreundlichkeit und Gendermainstreaming“, erklärte Knifka. Mithilfe von Experteninterviews würden zunächst die zentralen Herausforderungen für jedes einzelne Unternehmen identifiziert, um anschließend gemeinsam mit den Führungskräften die Entscheidung zu treffen, welche Themen konkret bearbeitet werden sollen. „Anhand dessen haben wir Lösungswege aufgezeigt und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.“

Die Ziele der Unternehmen seien vergleichbar, die Lösungsansätze jedoch individuell verschieden. „Wir haben beispielsweise Unternehmen aus der Baubranche. Da ist es eine Herausforderung, Arbeitskräfte für die Baustelle zu bekommen, die auf Montage gehen wollen. Anders stellt es sich in einem kleinen IT-Unternehmen dar. Sie stehen eher vor der Herausforderung, wie sie am besten internationale Arbeitskräfte akquirieren und diese möglichst lange im Unternehmen halten können“, beschrieb Knifka die unterschiedlichen Herausforderungen.

Durch das Forschungsprojekt soll die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Region erhöht und die Zufriedenheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz gesteigert werden. „Konkret haben wir bereits vier Projekte erfolgreich beendet, in weiteren vier Unternehmen haben wir die Daten vollständig erhoben und befinden uns in der Auswertung. In den anderen Unternehmen stehen wir in den Startlöchern für die Interviews. Am Ende der Laufzeit möchten wir eine Art Weißbuch mit Handlungsempfehlungen herausbringen, sodass auch weitere Unternehmen davon lernen und profitieren können.“

Quelle: Lingener Tagespost (Donnerstag, 11. April 2019), Autor: pm

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Quelle: Lingener Tagespost (Donnerstag, 11. April 2019)