Feinstaub-Problematik

Aufgrund der aktuellen Diskussion in den Medien über die sog. "Feinstaub-Problematik" möchten wir Ihnen nachfolgend einige Informationen zum Thema anbieten.

Feinstaub (PM10)/Partikel

Mit der EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie (EG-RL 96/62) und deren Tochterrichtlinien werden Luftqualitätsziele zur Vermeidung bzw. Verringerung schädlicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt in allen Mitgliedstaaten der EU festgelegt.

Am 19. Juli 1999 ist die Richtlinie 1999/30/EG des Rates vom 22. April 1999 über Grenzwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft (1.Tochterrichtlinie) in Kraft getreten. Sie löst die bisher geltenden EU-Richtlinien zur Luftqualität schrittweise ab.

Durch Novellierung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) und der 22. Verordnung zur Durchführung des BImSchG wurden diese Richtlinien in nationales Recht umgesetzt.

Auf Grund dieser bereits 1999 vorliegenden Vorgaben war die Höhe der Belastung der Umgebungsluft für das Gebiet des Landes Niedersachsen regelmäßig durch Messung und Modellrechnung zu ermitteln und zu beurteilen (Messstationen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen - LÜN des Landes Niedersachsen). Im Einzelfall bei Grenzwertüberschreitungen erforderliche Maßnahmen sind durch Luftreinhaltepläne bzw. Aktions-pläne umzusetzen.

Für bestimmte Messstationen, bei denen auf Grund der Höhe der Messwerte für Partikel PM10 die Schwelle (Grenzwert + Toleranzmarge) überschritten war, hat das Niedersächsische Umweltministerium als zuständige Behörde kombinierte Luftreinhalte- und Aktionspläne (u. a. für die Stadt Hannover) erstellt.

Aus den - diesem Luftreinhalte- und Aktionsplan zu Grunde liegenden Untersuchungen - geht hervor, dass der überwiegende Anteil der in der Stadt Hannover festgestellten Luftbelastung überregionalen Ursprungs ist. Gleichwohl werden die Maßnahmen ergriffen, die auf lokaler Ebene leistbar und vertretbar sind, um die Belastungen vor Ort zu mindern. In Abstimmung mit der Landeshauptstadt Hannover wurden die möglichen Maßnahmen zusammengestellt und hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit und Wirksamkeit bewertet. Das Ergebnis ist ein gestufter Plan, der zunächst die Reduzierung des Lkw-Verkehrs durch verkehrslenkende Maßnahmen bewirken soll und bei drohender Grenzwertüberschreitung eine Sperrung der Göttinger Straße für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t vorsieht. Die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Belastung in der Göttinger Straße werden durch Immissionsmessungen an der Verkehrsstation des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen - LÜN - vor Ort dokumentiert.

Eine nachhaltige Reduzierung der Belastung und Einhaltung der Grenzwerte ist nur dann möglich, wenn auch die Hintergrundbelastung deutlich verringert wird. Hierzu sind jedoch Maßnahmen auf Bundes- bzw. EU-Ebene erforderlich.

Der nachfolgende Link http://www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/aktuelle-luftdaten bietet Ihnen eine Übersicht über die aktuelle Anzahl der Überschreitungen des Grenzwertes von 50 µg/m3 PM10 für die unterschiedlichen Messstationen in Deutschland. Der Grenzwert darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden.

Wir halten Sie gerne weiterhin auf dem Laufenden.

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Grenzwerte für Partikel (Tabelle)